Tick, Trick und Track: Ein Trio mit drei Bürzeln

 

  • Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
  • Verlag: Egmont Comic Collection; Auflage: 1 (3. September 2015)
  • Sprache: Deutsch

 

Sie sind die wohl bekanntesten Drillinge der Comicwelt und seit ihrem ersten Auftritt am 17. Oktober 1937 aus dem Leben ihres Onkels Donald und dem Disneyuniversum nicht mehr wegzudenken: Tick, Trick und Track. Höchste Zeit, die kleinen Entenhausener mal ganz groß rauszubringen – in Form dieser dicken Biografie, die Geschichten der beliebtesten Disneyzeichner rund um die glorreichen Drei versammelt und dabei ihre Entwicklung beleuchtet: von den kleinen Rabauken, die zunächst nichts im Sinn hatten, als Donald zur Weißglut zu treiben, bis zu den abenteuerlustigen Pfadfindern beim Fähnlein Fieselschweif, die ihren Onkeln mit Rat und Tat zur Seite stehen. Dieser Band geht den wichtigsten Fragen nach: Sind Tick, Trick und Track Musterschüler oder eher mustergültig im Schwänzen? Welchen Erfolg haben sie eigentlich bei Mädchen (igitt!)? Und gleichen sie sich wirklich wie ein Ei dem anderen - oder gibt es nicht nur bei ihren Lieblingsfarben Unterschiede?

TESTERGEBNIS – Meinung der P.I.S.A.: 5,5 von 6,0 PISA PUNKTE!! Diese Rezension bezieht sich auf Tick, Trick und Track: Ein Trio mit drei Bürzeln aus der Kategorie Comics / Manga!!

In dem starken Band rund um die kecken Drillingen aus Entenhausen sind 41 Geschichten enthalten, die nach verschiedenen Themen wie z.B. Onkel ärgern, Mädchen, Wissen oder anderen sortiert sind. Dabei sind sowohl ältere Geschichten, als auch modernere dabei, was man vor allem am Zeichenstil erkennt.  Jedes Thema wird dabei von einem Einleitungsteil eingeführt und man erfährt so noch mehr über die cleveren Jungs, denen kein Rätsel zu schwer ist. Auch historische Hintergründe werden hier auf kurzweilige Art vermittelt. Manchmal wirken die teilweise nur eine Seite dauernden Geschichten etwas unsortiert und wir finden, dass Leserichtungspfeile an einigen Stellen angebracht wären, um dem Leser einen gleichbleibenden Lesespaß zu bereiten. Die Zeichnungen sind von unterschiedlichen Stilen geprägt, die alle sehr schön sind und teilweise eine rustikalen Charme haben. Die Kolorierung ist kräftig und im typischen Stil des lustigen Taschenbuchs gehalten. Der Band ist in einem Hardcover eingebunden, der auf dem Cover die drei Brüder in drei typischen Posen zeigen und das gleichzeitig stellvertretend für die wichtigsten Hobbies der Drillinge steht – Wissen, Pfandfinder und Streiche. Alles in allem bekommt man hier einen starken Band, der die kecken Drei im Wandel der Zeit zeigt und sehr zu unterhalten weiß. Für Fans ein absolutes Muss und ein echter Hingucker in jedem Regal!

60 Jahre knackige Zeiten – Seit 60 Jahren zählen sie zur Stammbesetzung Entenhausens: die Panzerknacker! Unermüdlich starten sie einen erfolglosen Coup nach dem anderen, um den Fantastilliardär Dagobert Duck um seine Barschaft zu erleichtern. Erfunden wurden die maskierten Herren mit der schlechten Rasur und dem markanten Outfit - bestehend aus rotem Pullover, blauer Hose, blauer Sträflingskappe und auf der Brust prangender Häftlingsnummer - von Großmeister Carl Barks persönlich. Im November des Jahres 1951 verschaffte er den Panzerknackern (engl. Beagle Boys) ihren ersten Auftritt in Heft 134 des US-amerikanischen Disneycomic-Klassikers Walt Disney’s Comics and Stories. Darin gehen die garstigen Gauner erstmals ihrer künftigen Lebensaufgabe nach, der Attacke auf Dagobert Ducks üppiges Vermögen.

Carl Barks und seine Panzerknacker

(Michael Georg Bregel)

Wer hat’s erfunden, das Panzergeknacker? Nein, natürlich nicht die Schweizer! Die widmen ihren Erfindergeist traditionell eher der Bewahrung von Vermögen als dem Ersinnen perfider Räubergesellen, deren ganzer Lebensinhalt es ist, sich das Geld anderer Leute unter den Nagel zu reißen. Außerdem findet sich unseres Wissens weltweit nur in Entenhausen eine derart massive Anhäufung verlockend klimpernder Barschaft, dass ein Angriff darauf eines echten Panzerknackers würdig wäre. Und mit Entenhausen haben wir auch schon das entscheidende Indiz. Denn Entenhausen heißt immer auch den „Duckman“ mitdenken, den „guten Zeichner“, den „Vater Entenhausens“:
Disney-Legende Carl Barks!

Nun sind die Panzerknacker zwar deutlich erkennbar keine Enten, sondern sollen optisch wohl eher an Hunden orientiert sein, zur Stammbesetzung Entenhausens seit seinen Anfängen gehören sie seit nunmehr 60 Jahren trotzdem. Und erfunden hat die dicklichen Gewohnheitsverbrecher in den roten Pullovern, blauen Hosen, blauen Sträflingskappen und nummerierten Knastbrustschildern natürlich Meister Barks persönlich. Ihren ersten Auftritt hatten sie – zweifellos haben Sie schon selber erfolgreich nachgerechnet – im November des Jahres 1951. In Heft 134 des US-amerikanischen Disneycomic-Klassikers Walt Disney’s Comics and Stories gehen die garstigen Gauner erstmals ihrer künftigen Lebensaufgabe nach, der Attacke auf Dagobert Ducks üppiges Vermögen. Und anders als in heutigen Panzerknacker-Geschichten üblich, haben die maskierten Fieslinge, damals bei Barks zunächst noch mit ihrem Originalnamen „Beagle Boys“ auf den bei ihm normalerweise orangefarbenen Pullis, in „The Terror Of The Beagle Boys“ (dt. „Der Selbstschuss“, u. a. in MM 06/52, DDSH 10 und CBC 9) mit ihrem Plan sogar Erfolg: Sie kriegen ihre gierigen Finger tatsächlich an Bertels Bares! Zwar tauchen die Panzerknacker in dieser Story persönlich nur ganz kurz auf der allerletzten Seite des Comics auf, und sagen dürfen sie auch nichts, nur einsacken und fies grinsen. Aber eigentlich geht es in der ganzen Geschichte nur um sie. Dagobert bezahlt (!) Donald sogar dafür, dass er sich für ihn wegen der Panzerknacker Sorgen macht. Und es ist folglich schon abzusehen, dass die knackenden Knastiknaben sowohl Dagobert als auch Barks noch lange beschäftigen werden.

Der Entenhausen-Forscher Henner Löffler schreibt in seinem Standardwerk „Wie Enten hausen“ über Barks und seine Panzerknacker: „Die Panzerknacker sind eine der Barksschen Versionen von Sisyphos. Ständig haben sie den Fels im Griff, sind kurz vor dem Gipfel, dem Reichtum Dagoberts, den sie nicht um seiner selbst willen anstreben, sondern als potentielle Mega-Konsumenten. Ihr einziges Ziel ist zum Greifen nahe oder schon ergriffen, und wieder entgleitet es ihnen. Auch wenn es in Terror anders aussieht, das im letzten Bild eroberte Geld werden sie bis zur nächsten Story wieder verlieren, und so wird es ewig weitergehen.“

In insgesamt 36 Comic-Geschichten ließ Carl Barks die Panzerknacker auftreten, nach dem Debüt und ein paar weiteren Zehnseitern vor allem in längeren Geschichten. Rau waren sie, die Zeiten und Sitten im Barks’schen Entenhausen der 50er-Jahre. Da war noch nicht viel zu spüren vom oft nachgerade gegenseitige Sympathie durchschimmern lassenden Räuber-und Fantastilliardär-Spiel zwischen Bertel und den Knackern späterer Jahre. Da ging es für beide Seiten um alles, den Panzerknackern war ebenso jedes Mittel recht wie Dagobert Duck, der seine kriminellen Widersacher in deren zweitem Barks-Auftritt in „The Big Bin On Killmotor Hill“ (dt. „Eingefrorenes Geld“, u. a. in MM 10/57, DDSH 18 und CBC 9) glatt „wie die Ratten ertrinken“ sehen will und das Umfeld seines Geldspeichers vermint hat. Grundböse und im Vergleich zu heutigen Comics oft ziemlich gerissen waren die Panzerknacker bei Barks. Wenn auch natürlich längst nicht so schlau wie ihr Erzgegner Dagobert Duck, der schnell aus den für ihn begrenzt erfreulichen ersten beiden Begegnungen mit den Gangstern lernt. Eigentlich bereits ausgebootet und seines Geldes beraubt, lässt Barks Bertel die Panzerknacker in deren Story Numero drei („Only A Poor Old Man“/ dt. „Der arme reiche Mann“, u. a. in MM Sonderheft 10, DDSH 4 und CBC 9) im März 1952 an deren eigener Überheblichkeit packen und einen Überraschungssieg davontragen. Es war die erste Geschichte, in der Barks den Panzerknackern mehr als eine Nebenrolle zuwies und es sollte nicht die letzte verheerende und peinliche Klatsche für die eher begrenzt lernfähige Räuberbande sein.

Planerische Intelligenz findet sich bei den Panzerknackern im Allgemeinen eher außerhalb des Entenhausener Nukleus der in Deutschland gerne als „AG“ bezeichneten Bande (die mal weltumspannende Organisation ist, mal dezentral organisiertes Bandengeflecht, mal unabhängiges Grüppchen von Kleinkriminellen, mal was dem jeweiligen Autor grade so einfällt...) Oft eilt den eigenständig nomalerweise planlos programmierte Katastrophen ausbaldowernden Knacker-Brüdern, die keinen ausdrücklichen Bandenchef haben, ein 1958 ebenfalls von Carl Barks ersonnener Charakter zu Hilfe: Opa Knack. Grandpa Beagle ist einer von zwei Großvätern, die Carl Barks für seine Panzerknacker schuf und bis heute mit seinem abgeklärten Zynismus so ziemlich der Einzige, der in einen „Plan“ seiner Entenhausener Enkel so etwas wie Struktur hineinzubringen vermag. Zu erkennen ist Opa oft an seinem „Begnadigt“-Brustschild, das ihn wie der weiße Bart und die Pfeife klar von den hierzulande normalerweise mit 176-XXX durchnummerierten nachgeborenen Knackern unterscheidet. Moment, war nicht eben von einem zweiten Barks’schen Knacker -Opi die Rede? Doch, ja: Nummer zwo ist der von Barks nur einmal verwendete und später von Don Rosa wieder aufgegriffene Flusspirat Blackheart Beagle. Übersetzer-Legende Erika Fuchs nannte ihn Käpten Punk, später wurde er meist als Käpten Knack übersetzt. Selbiger lieferte sich laut Barks’ Geschichte „The Fantastic River Race“ (dt. „Jugenderinnerungen“, u. a. in LTB 8 und CBC 16) – später ebenfalls von Rosa wieder aufgenommen – zusammen mit den sonst kaum erwähnten Vätern der heutigen Panzerknacker schon in jungen Jahren Dagobert Ducks auf dem Mississippi Scharmützel mit dem aufstrebenden Magnaten.

Ganz beliebte Frage im Zusammenhang mit den Panzerknackern: Wie viele von den Typen gibt es eigentlich? Tja, während sich bei zeitgenössischen Geschichten, seien sie nun aus dänischer oder italienischer Produktion, weithin ein Entenhausener Dreiergespann durchgesetzt hat – das Entenhausen-untypisch übrigens nach Mehrheitsmeinung aus Brüdern und nicht aus Cousins besteht! – nahm es Carl Barks mit der Anzahl seiner Knacker nicht so furchtbar genau. Sechs, zehn, einmal sogar 13 Panzerknacker finden sich in seinen Geschichten, wobei sich all diese Knacker äußerlich aber nicht groß unterscheiden. Der einzige Panzerknacker der jüngeren Generation, den Barks selbst von den anderen durch ein Alleinstellungsmerkmal abhob (in der Geschichte The Giant Robot Robbers“, dt. Die Riesenroboter“, u. a. in MM 41/66, DDSH 68 und CBC 27) ist 176-167, dem Meister zufolge ein notorischer Backpflaumen-Fan. Erika Fuchs gab zumindest in frühen deutschen Übersetzungen von Barks-Klassikern drei der Panzerknacker auch noch individuelle Namen zu den Nummern – Max, Ede und Otto. Viele andere über die Jahrzehnte in Comics oder Fernsehserien wie den DuckTales aufgetretene Panzerknacker-Verwandte wie Iku, Oma Knack, die Knackerknaben oder der vor allem in Italien populäre knackwurstförmige Knacker-Hund Achtmalacht stammen nicht von Carl Barks, sie sind Erfindungen anderer Autoren. Ab 1964 hatte die Panzerknacker in den USA sogar eine eigene Heftserie. Um diese Zeit begannen die Autoren auch den bis heute fortgeführten Trend zu begründen, die Panzerknacker nicht wie Barks in erster Linie als Abziehbilder abgefeimter skrupelloser Schwerverbrecher und ernste Bedrohung für Dagobert Ducks Vermögen darzustellen, sondern eher als in Maßen sogar sympathische Verlierer mit beschränkter Intelligenz und weitgehend bar jeden Erfolges.

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.lustiges-taschenbuch.de , www.ehapa-shop.de oder www.ehapa.de

© Disney

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10 Fragen Interview

mit Autor Kai Hirdt

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